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Austellung: 125 Jahre Berliner Konferenz

Vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 tagte im Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstraße 77 die sog. „Berliner Konferenz“, auch „Westafrika-Konferenz“ oder “Kongo-Konferenz“ genannt. Die Vertreter von 13 europäischen Staaten, sowie der USA und des Osmanischen Reiches hatten sich auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck dort versammelt, um über das künftige Vorgehen dieser Staaten auf dem afrikanischen Kontinent zu beraten.

Afrikaner waren bei dieser Versammlung nicht zugegen. Auf der Berliner Konferenz legten die anwesenden Großmächte die Kriterien für die völkerrechtliche Anerkennung von Kolonialbesitz fest. Dies löste einen beispiellosen Wettlauf um die noch nicht besetzten Gebiete Afrikas aus. Innerhalb weniger Jahre war Afrika dann unter den europäischen Mächten aufgeteiltbis auf Äthiopien und Liberia. Auch Deutschland sicherte sich damals seinen „Platz an der Sonne“ und trat in die Reihe der Kolonialmächte ein.

Dieses Datum vor 125 Jahren bot den Anlass für die Ausstellung im Rahmen der interkulturellen Woche der Stadt Aschaffenburg, die in diesem Jahr das Schwerpunktthema Afrika behandelte. Daneben erreichten vor 50 Jahren die ersten afrikanischen Staaten ihre Unabhängigkeit, was ebenfalls in der Ausstellung Erwähnung fand.

Die Ausstellung, die ab dem 7. Oktober 2010 in der Aschaffenburger Stadtbibliothek zu sehen war, warf ein Streiflicht auf diese weitgehend unbekannte Konferenz, ihre Hintergründe und Auswirkungen. Es wurden historische Fakten, Dokumente und Archivmaterial präsentiert, die ein - für viele vielleicht ganz neues Bild - des Imperialismus, des Kolonialismus und seiner Fascetten zeichnen.

Dabei wird aber nicht der sprichwörtliche Zeigefinger zur heuchlerischen Erzeugung von Betroffenheit und/oder schlechtem Gewissen erhoben sondern versucht, die subtilen Mechanismen zwischen imperialistischem Expansionsstreben und seiner Rechtfertigung mit Hilfe einer rassistischen Ideologie und entsprechendem Menschenbild aufzuzeigen.

Diese Austellung ist verfügbar als Wanderausstellung  oder Projektarbeit für Schulen, Institutionen und Initiativgruppen. Nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.